Rockin‘ ’n‘ Rollin‘ quer durchs Land

NATCHEZ TRACE via MISSISSIPPI, ALABAMA, TENNESEE
Wer ganz entspannt und im Grünen von New Orleans nach Nashville fahren möchte, sollte den Natchez Trace nehmen. Können wir nur wärmsten empfehlen. Er ist kostenlos und Trucks sind nicht erlaubt. Hier und da kann man kleine Wanderungen machen, im Fluss baden und zur richtigen Zeit (unserer ☺) leckere Pfifferlinge sammeln. Ach ja, und mit etwas Glück auch eine Schildkröte im Wald sehen. Glaubt ihr nicht? Hab zur Abwechslung mal ein Beweisfoto gemacht.
Von den Pfifferlingen haben wir unglaublich viele gefunden und diese in etlichen Variationen zubereitet (Pilzpfanne, Rührei, Risotto…), so dass – sagen wir es mal so – unser Bedarf vorerst mehr als gedeckt ist. Lecker war’s.
Mit einem schnellen Auto ist man auf den Interstates schneller unterwegs. Für uns war es perfekt.

NASHVILLE, TENNESEE
Johnny Cash und der vierte Juli. Es war unser erster 4th of July in the US und es war hart. Vor allem am Tag danach. Frei nach dem Motto: Lass mal alle ganz verrückt mit Stars and Stripes verkleiden und auf der Straße öffentlich Alkohol trinken. Total verrückt, oder?! Die Leute haben sich schon am frühen Nachmittag mit ihren mitgebrachten Stühlen an den Cumberland River gesetzt um Plätze in der ersten Reihe fürs Feuerwerk zu haben. Wir gehörten nicht zu ihnen. Wir haben die Zeit mit Honky Tonk und Bier verbracht und folglich nur die ganz großen Raketen im Himmel explodieren sehen. Und später die im Kopf. 😉
In jeder Bar/Kneipe gibt es auch tagsüber schon live Musik. Wie es sich für Nashville gehört natürlich Country.
Einziges Manko: Ich habe keine Cowboy Boots bekommen. Ich bin immer noch total enttäuscht. Wenn ich die bekommen hätte, wäre bestimmt alles anders (besser?) geworden. 😉
Zum Glück hatten wir ein paar Tage in Nashville und genug Zeit für die Regeneration. Der Besuch bei Johnny Cash war der krönende Abschluss. http://www.johnnycashmuseum.com

Deutschland : Frankreich um 11:00 Uhr im Aufenthaltsraum vom Campingplatz. Stimmung pur.

MEMPHIS, TENNESEE
Wir haben Elvis in Graceland besucht. Irgendwie haben wir erwartet, dass das Haus vom King of Rock ’n’ Roll viel grösser ist. Schließlich war er der KING und hat da mit Frau, Kind und Eltern gewohnt und sein Büro war da auch noch untergebracht. Für die damalige Zeit bestimmt riesig, seit MTV Cribs eher niedlich und etwas verbaut. Modisch war es – vorsichtig formuliert – eine sehr gewagte Zeit. Innendesign für Mutige. Lustig und interessant war es alle mal. Egal, ob man seine Musik mag oder nicht. Man kann/muss einfach anerkennen, was er musikalisch bewegt hat. Er hat mehr goldene Platten als wir normale. Ok, das ist jetzt nicht so schwer. Eddie haben wir nicht gegen einen pinkfarbenen Cadillac eingetauscht.

Aaaah, mir hat gerade ein Vogel auf’s Laptop geschietert. Positiv: Nur auf den Bildschirm, nicht auf die Tastatur.

Sun Studio „The Birthplace of Rock ’n’ Roll“
Hier wurde Musikgeschichte geschrieben! Und es ist so klein. Unvorstellbar!
Allein das dazugehörige Café ist der Hammer. Hier kann man sich die eventuelle Wartezeit zur Studiobesichtigung mit einem köstlichen Milchshake versüßen und ganz nebenbei in der Musikhistorie schwelgen.
Der Typ, der die Führung gemacht hat, hat die Geschichte bestimmt schon eine Mio mal präsentiert und uns mit viel Inbrunst und Liebe zur Musik die eine oder andere Gänsehaut entlockt.
Wir haben auf dem gleichen Fleck wie Elvis gestanden (!) und in das gleiche Mikrofon (ja, wir glauben das wirklich) gesungen. Wir haben ein Brandloch im Klavier von Jerry Lee Lewis bewundert und die gleiche Luft wie Bob Dylan geatmet (ok, das glauben wir nicht).
Guckt euch mal die Decke vom Studio an. Was muss die Elbphilharmonie mit ihrem Akustiksystem bitte bringen um mit den Songs, die in den Sun Studios entstanden sind, mithalten zu können? http://www.sunstudio.com

Eine unserer größten Herausforderungen war es immer passend zu den Spielen unserer Mannschaft einen Platz zum Fussi gucken zu finden. Das hat uns und unseren sonst nicht existierenden Zeitplan schon ganz schön unter Druck gesetzt. Natürlich haben wir es geschafft und haben jedes Spiel in einer anderen Stadt gesehen. Hier
Brasilien : Deutschland im Irish Pub mit auffällig vielen (netten) Deutschen und Toren.

Ost-West-Querung, teils mit Kicks auf der Route 66

OKLAHOMA
Augen zu und durch. Das Witzigste was ich über Oklahoma gelesen habe ist: When the Okies left Oakland and moved to California it raised the I.Q. in both states.
(Zitat aus Route 66 Routenreiseführer). Cooler Reiseführer. Die Zusatz-/Hintergrundinfos sind genau nach unserem Geschmack. Nur weil wir diesen Reiseführer haben, hab ich Bock auf die 66.
Der reine Übernachtungs-Campground war auch lustig. Bathroom: Ein Raum mit drei Duschen und zwei Toiletten. Die Duschen hatten Vorhänge, die Toiletten nichts, keine Tür kein Vorhang einfach nichts. Interessantes Konzept, sogar für uns Europäer. Und da sagt noch einer die Amerikaner wären so prüde.

TEXAS
Amarillo: Invasion der Kanalratten Rendsburg auf der Cadillac Ranch! ☺ Siehe Beweisfotos.

NEW MEXICO
Las Vegas:
Crazy und hübsch! Filmkulisse von etlichen Filmen.
Kaum dass wir in die Stadt reinrollten, wurden wir von einer Frau mit wild wedelnden Armen angehalten und bequatscht. Sie konnte es nicht glauben, was wir für einen Bus haben. Sie hat auch so einen, und hätten noch nie so einen gute erhaltenen gesehen. Lustig. Das ging die ganze Zeit so weiter. Wir haben beim Bummeln abgefahrene Läden gesehen und Loretta getroffen, die aus ihrem Auto gern Leute anquatscht um ihnen etwas über sich und ihre Stadt zu erzählen. Hammer Karren und hupende Hochzeiten runden das crazy Stadtbild ab. Hier hätte man just for fun länger bleiben können. Wir hatten Termine und mussten weiter.
Santa Fe:
Ganz andere Optik, alles im Pueblo Stil und mit live Musik auf der Plaza. Bummeln, essen, Musik hören und wieder hammer Karren und durchgeknallte Typen.
Gepennt haben wir mal wieder auf einem Walmart Parkplatz, sind wir jetzt echte Profis drin, und haben gleich beim reinrollen Matthew kennengelernt. Matthew hat mit seinem Dodge Transporter ein Elektronikproblem und ist auf dem Platz gestrandet. Wir haben ihn am nächsten Morgen auf einen anderen Platz geschleppt, damit er nicht weiter von den Cops/der Security genervt wird. Es war ein Bild für die Götter. Der alte grüne Deutsche schleppt den neuen gelben Amerikaner ab. Für uns war es die erste Abschleppaktion mit Eddie und er hat mit Bravour bestanden. So eine alte Dieselmaschine hat auf knapp 2.000 Metern Höhe ganz schön zu schnaufen.
Albuquerque:
Jetzt nichts wie schnell nach Albuquerque, das Finale wartet!
Auf dem Weg nach Abq haben wir uns unseren ersten Steinschlag in der Windschutzscheibe eingehandelt. Ist das der Dank fürs Abschleppen? Können wir gar nicht leiden!

Deutschland : Argentinien im Irish Pub mit Schottenröcken und fest zugeteilten und streng limitierten Plätzen. Ist das irisch?
Egal: Das Ergebnis stimmt. Weltmeister!
Nebenbei haben wir wieder sehr nette Leute kennengelernt und einen heißen Tipp für die Scheibenreparatur bekommen.

To Brittany, Brian und Darin:
Thank you for having us and celebrating this glorious day with us. We will never forget this day. It is forever part of the german history. ☺

Scheibe flicken lassen, neue Pedalen für Holgers Fahrrad gefunden und weiter geht’s.
Let’s go west.

Neue Fotos sind auch endlich online.
Vielen Dank für eure Kommentare.

2 Gedanken zu „Rockin‘ ’n‘ Rollin‘ quer durchs Land“

  1. Ihr Lieben, wir (ok, die Mädels) sind ganz ’neidisch‘, dass wir die Schildis nicht auch live sehen dürften.
    Die J. Cash Nummer und den 4. Juli hätten wir (Jungs) gern miterlebt 😉
    Wie immer: schön von Euch zu lesen!
    And it burns, burns, burns….
    Wir 4.

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