Wie werde ich Astronaut?

Florida, The Sunshine State, Teil 2 TOMOKA STATE PARK, Florida Nach unserem ganz wilden Campen, auch Parken genannt, sind wir den Tomoka State Park angelaufen und haben dort ein idyllisches Plätzchen gefunden, siehe Suchbild „Eddie im Grünen“. Wir haben dort nur eine Nacht verbracht, aber die war gut. Man stelle sich das so vor: Alles ist stockdunkel. Die Mückenrollos sind runter, die Fenster sind auf, alles ist ruhig, man liegt leicht schläfrig im Bett. Plötzlich hört man an der linken Seite ein Rascheln. Kein dezentes Rascheln wie von einem Gecko oder Squirrel. Nein, ein richtig lautes Rascheln, als ob jemand im Laub etwas sucht. OK, ein gefährliches Wildtier das sich anschleicht, kann es nicht sein. Oder es muss noch schwer üben. Das Rascheln wandert von der Seite nach hinten. Was ist es bloß? Wo ist die verdammte Taschenlampe? Jetzt ist es einmal rum und an der rechten Seite. Durch die Fliegenrollos sieht man nichts. Zu uns rein gucken kann man durch sie gut, nur raus leider nicht. Todesmutig öffnet man das Rollo und leuchtet mit der Taschenlampe in die Wildnis. Wow! Ein quitschlebendiges Gürteltier! Cool. So was haben wir noch nicht in freier Wildbahn gesehen. Bisher kannten wir die nur als road kill. Für nächstes mal merken: Kamera bereit halten. Zu den Mückenrollos möchte ich noch loswerden: Sie halten nur riesige Mücken fern. Die kleineren Biester, und davon gibt es eine Menge, kommen alle durch und zu meiner persönlichen Freude ausschließlich zu mir. ALEXANDER SPRINGS, Florida Das lange Memorial Day Wochenende steht vor der Tür und da sind bekanntermaßen viele (alle?) Amerikaner unterwegs. Die meisten Plätze sind lange im Voraus ausgebucht. Wir haben uns daher entschlossen bereits am Donnerstag in Alexander Springs im Ocala National Forest einzuquartieren und uns etwas zurückzuziehen. Soweit der Plan. Anfangs hat er auch funktioniert. Ein ruhiger Stellplatz direkt im Grünen und die unterirdische Quelle bietet ein erfrischendes Bad mit glasklarem Wasser. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war herrlich. Und dann kam der Freitag, der Tag der Massenanreise. Es gab viel zu gucken und zu hören. Man haben wir an diesem Wochenende wenig Schlaf bekommen. Party in allen Ecken und Enden. Es sei ihnen gegönnt. Das nächste Mal möchten wir bitte eingeladen werden. 🙂 Bekanntschaft habe ich gemacht mit Yellow Flies. Ich mag sie gar nicht. Sie sehen ein bisschen aus wie Fliegen mit gelben Körper und ihr Stich erinnert an den von Bremsen. Wie sollte es auch anders sein: Diese Biester bevorzugen mich und hinterlassen dicke fette Stiche. CAPE CANAVERAL, Florida Am Memorial Day (Montag) haben wir uns dann unsere Tour fortgesetzt und sind an der Küste entlang nach Cape Canaveral gefahren. Unterkunft haben wir im Jetty Park gefunden. Als wir da ankamen war das „Memorial Volksfest“ noch im vollen Gange und Eddie hat gleich auf Anhieb viele Bewunderer gefunden. KENNEDY SPACE CENTER, Florida Nach dem ganzen Nichtstun musste mal wieder etwas Fortbildung her und da haben wir uns kurzerhand entschlossen eine Ausbildung als Astronaut zu machen. Auf zum Kennedy Space Center! Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Ja, der Eintritt ist mit 50,- Dollar p.P. nicht gerade billig, aber wir finden er ist jeden Cent wert. Wir haben einen ganzen Tag dort verbracht und jeden „Scheiß“ mitgemacht. Wir haben den Raketengarten durchwandert, einen 3D-Film über Hubbel gesehen, ein Treffen mit dem Astronauten Mark Lee genossen, eine Bustour zu der Startrampe unternommen, den Start einer Apollo-Rakete aus dem nachgebauten Kontrollzentrum in Housten „live“ durchlebt, eine Animation über und das Spaceshuttle an sich bestaunt und sind zu guter Letzt selbst abgehoben im Startsimulator. Wir finden das qualifiziert uns. Wir sind jetzt Astronauten! Mark Lee war viermal im All und ist ein freundlicher, ganz normaler Typ. Man durfte ihn anfassen und ausfragen. Wie so oft haben die Kinder die mutigsten Fragen gestellt. Gehalt usw. Jeder Sinn wurde in das Erlebnis eingebunden und das war wirklich toll. Präsentation der US Raumfahrtgeschichte 1a gelungen. Können wir empfehlen. Nach der anstrengenden Ausbildung mussten wir uns erstmal am feinpudrigen Strand von Cape Canaveral erholen und Kräfte für die Weiterfahrt sammeln. Nächstes Ziel Miami. MIAMI, Florida Über Palm Beach und Fort Lauderdale sind wir nach Miami gelangt. Leider gibt es in Miami und Miami Beach keinen citynahen Campingplatz und so war unsere Zeit dort eher kurz. Wir haben außerhalb in einem Park nahe dem Zoo übernachtet und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich übersäht mit weiteren 100 Stichen. Insgesamt kam ich so auf 150 – 200 Stiche. Das war für meinen Körper zu viel und er hat mit einer allergischen Reaktion geantwortet. Ich war übersät mit juckenden Quaddeln und bin fast wahnsinnig geworden. Was, wie ihr euch bestimmt denken könnt, wiederum an Holger nicht spurlos vorüber geht. Stiche/Bisse hatte er natürlich keine. Da man mir in einer Apotheke nur mit einer Visitenkarte von einer Urgent Care Arztpraxis helfen konnte, haben wir diese mal von innen kennengelernt. Die Behandlung ging recht schnell. Das Allergiemittel hat mich müde gemacht, aber mir war alles egal, Hauptsache es hilft. Mein neues Feindbild: no-see’ums! Das sind kleine Biester die ganz unauffällig als Fruchtfliegen daherkommen und dann ihr wahres Ich zeigen. Sie bestehen nur aus Zähnen. Die sind so klein, dass sie durch unsere Mückengitter einfach durchfliegen und sich auch von keinem Mückenmittel abhalten lassen. Bei 30 Grad plus und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 60% müssen wir die Fenster offen lassen um nicht zu ersticken. Wir haben keine Klimaanlage im Bus. Das würden wir beim nächsten Ausbau definitiv ändern. Vorerst müssen wir mit unserer neuesten Anschaffung - einem Ventilator – auskommen. Ich trage ab Dämmerung lange Hosen und langärmelige Shirts (als einzige) und schlafe im Bettbezug. Romatisch! Hilft eine frische Briese an der Küste? Auf zu den Florida Keys. Fortsetzung folgt.

6 thoughts on “Wie werde ich Astronaut?”

  1. Arme Carmen ,ich kann auch ein Lied davon singen . Jede Mücke ist mein . Ich glaube Männer sind dagegen immun!!!!!
    Toller Bericht von Euch .Wir werden euren Weg weiter verfolgen.
    LG . Elke und Heinz

  2. Hey Ihr beiden!
    Heute hatten wir ENDLICH mal Zeit uns Euren Blog und die tollen Bilder ganz in Ruhe anzusehen. Es ist echt schön Euch zu sehen und zu wissen, dass es Euch so richtig gut geht. Naja gegen die Mückenstiche hilft wohl nur ein Ganzkörpermückennetz, das wir gerade für Dich klöppeln. Können aber nicht versprechen, dass es in diesem Jahr noch fertig wird. Ist ne ganz schöne Klöppelei, puh! Wir hätten Euch jetzt gerne bei uns – gerade jetzt zur WM. Nach dem Motto: jedes Tor ein …
    Wir denken an Euch und genießt weiterhin jeden Augenblick, das tun wir nämlich auch 🙂

  3. Baby denk‘ mal nicht, ich verfolge euch nicht :)))
    Bin ganz dabei und wunderbar inspiriert.

    Wir fliegen nicht mit nach Kolumbien (alle zwei Wochen Rom war nicht günstig, fliege morgen wieder 😉 heisst, wir werden uns nicht treffen.
    Solltest ihr noch unterwegs sein, ginge 4/2015 wieder Salt Lake City.

    Florida Keys sind wunderschön, ich habe es geliebt.

    Weil ich jetzt ins Bettchen gehe und morgen unterwegs bin, wünsche ich dir auf diesem Wege das allerallerschönste und besondere mit den herrlichsten Eindrücken zu deinem Birthday und freue mich für euch, dass ihr das jetzt unvergesslich erlebt.

    Deine Nicolli oder Nicki oder wie auch immer du magst :-***

  4. P.S.: Mit den Männern und Immun weiss ich nicht, Antonio hat gerade 70 Bettwanzenstiche mit anaphylaktischem Schock aus Rom mitgebracht und ich hatte im selben Bett nicht einen :)))))

  5. Carmen – hi . Summer is going to get much worse: humid , hot 40+, mosquitoes etc. .. Perhaps buy a portable air conditioner. You should be able to find them at any building supply store, Walmart .
    Chris

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